Chronik der Gemeinde Dortmund-Kirchderne

Seit über 32 Jahren gibt es nun die Gemeinde Kirchderne in ihrer jetzigen Form. Seit 89 Jahren ist die Neuapostolische Kirche im Stadtbezirk Dortmund-Scharnhorst vertreten. Es ist vieles passiert. Hier möchten wir Ihnen die wichtigsten Ereignisse chronologisch sortiert bis zum heutigen Tag anzeigen.

Erste Versammlungstätte in Kirchderne

Unter der damaligen Bezeichnung Kirchderne entstand im Jahre 1921 eine neue Gemeinde, deren erster Vorsteher Priester Hermann Kuhnert war. Versammlungsstätten waren in den Anfangsjahren die Wohnzimmer der Geschwister Schürmann (Gerwinstraße) und Wagner (Derner Straße). Im Frühjahr 1923 baute Bruder Wagner eine Werkstatt auf dem heutigen Gelände von Zweirad Frischmuth an der Derner Straße und richtete darüber ein größeres Kirchenlokal ein, das bis zur Bombardierung im Mai 1943 der Gemeinde als Gottesdienstort diente. Im Jahr 1930 - zur Gemeinde zählten bereits 205 Mitglieder - verstarb Vorsteher Priester Kuhnert. Sein Nachfolger wurde Priester Emil Schürmann, der während eines Bombenangriffs im Mai 1943 den Tod fand.
Von 1943 bis 1955 leitete Priester Fritz Tewes die Gemeinde.

24.05.1943 Die Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs

Am 24. Mai 1943 fielen Priester Emil Schürmann, der Vorsteher der Gemeinde Kirchderne, die Familie Erich Weiß und Schwester Scheerer einem schweren Großangriff zum Opfer. Darüber hinaus wurde auch die Versammlungsstätte völlig zerstört. Ein Jahr später wurde auch das Kirchengebäude der Gemeinde Lünen infolge eines Bombenangriffs zerstört.
Dank guter persönlicher Beziehungen zum Präses der Evangelischen Marienkirche in der Stadtmitte konnte Bezirksevangelist Walter Schmidt erreichen, dass die neuapostolischen Gemeinde die Kirche mitnutzen konnte. Nachdem die Brüder einige Bombenschäden behoben hatten, konnten sich die neuapostolischen Glaubensgeschwister etwa ein Jahr lang in der mittelalterlichen Kirche zu den Gottesdiensten versammeln. Auch Stammapostel Bischoff hielt in dieser Kirche einen Gottesdienst. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Marienkirche teilweise zerstört, vor allem beim schweren Angriff von 6. Oktober 1944. Eine Brandbombe durchschlug das Gewölbe und setzte den Innenraum in Brand. Dabei gingen die hölzerne Kanzel, die alte Orgel, der Barockaltar, die kunstvollen gotischen Fenster und die Deckenbemalung unwiederbringlich verloren. Weitere Schäden entstanden durch Witterungsschäden aufgrund der fehlenden Dächer. Die heute gezeigten Kunstschätze konnten durch Auslagerung gerettet werden.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt mitsamt ihrer historischen Kirchen stark zerstört. 98 % der innerstädtischen Besiedlungsflächen lagen in Trümmern. Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde zunächst erwogen, die Innenstadt nicht wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau ging insgesamt gesehen aber so schnell voran, dass 1950 der 500.000ste Einwohner geboren wurde.

07.04.1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg Aufbauarbeit und Entwicklung

Mit dem Einrücken amerikanischer Truppen ab dem 07. April 1945 gingen für Dortmund die Schrecken des Zweiten Weltkrieges allmählich zu Ende. Nach und nach konnten die Gottesdienste in den Gemeinden des Bezirkes Dortmund wieder regelmäßig stattfinden. Aufgrund vieler Gefahren war dies in den letzten Kriegsmonaten nicht mehr möglich gewesen. Nach und nach konnten die Gottesdienste in den Gemeinden des Bezirkes wieder regelmäßig stattfinden. Der seit dem 25. Juni 1944 als Bezirksälteste wirkende Walter Schmidt kümmerte sich aufopfernd um die Gemeinden.

Die ersten Nachkriegsjahre waren eine äußerst entbehrungsreiche Zeit. Die Innenstadt war eine einzige Trümmerwüste. Hinsichtlich der Trümmermassen stand Dortmund nach Schätzungen von fachleuten mit etwa 10 Milionen Kubikmetern an der Spitze aller deutschen Städte. Unter schwierigsten Bedingungen und sehr schleppend begann jedoch der Wiederaufbau.

Pfingsten 1947 wanderten die Glaubensgeschwister der Gemeinde Eving mit der Gemeinde Kirchderne nach Cappenberg. Damals, kurz nach dem 2. Weltkrieg, waren die Verkehrsverbindungen sehr schlecht und kaum jemand hatte ein funktionierendes Fahrrad. Zum Essen und Trinken nahm jeder etwas mit, viel Auswahl gab es 1947 noch nicht. In Cappenberg wurde Picknick gemacht, gemeinsame Spiele wurden veranstaltet und es wurde gesungen. Um 1947 wurde die Gemeinde Kirchderne in „Gemeinde Derne“ umbenannt. Die wieder Inbetriebnahme der Zeche Gneisenau brachte ein Gemeindewachstum mit sich. Die Folge war der Bau eines eigenen Kirchengebäudes in den Jahren 1954 und 1955 in Dortmund Hostedde.

 

31.08.1978 Neugründung der Gemeinde Kirchderne

1978 teilte man die Gemeinden Dortmund-Eving und Dortmund-Derne und gründete am 31. August die Gemeinde Kirchderne. Erster Vorsteher der neuen Gemeinde war Priester Helmut Hering.

Am 31. August 2003 bestand die Gemeinde Dortmund-Kirchderne 25 Jahre – ein schöner Anlass für festliche Höhepunkte im Gemeindeleben. Ein kleines Festprogramm wurde aufgestellt und entsprechende Vorbereitungen waren dafür zu treffen. So wurden die ehemaligen Mitglieder der Gemeinde Kirchderne zum Jubiläumsgottesdienst eingeladen, ein Mittagessen wurde zusammengestellt und viel Material wurde zusammengetragen und gesichtet, um einen Rückblick auf die Gemeindegeschichte zu ermöglichen. Der Jubiläumsgottesdienst wurde auf den 13. Juli 2003 vorverlegt. Damit konnte erreicht werden, dass Bischof Roland Eckhardt diesen Gottesdienst halten konnte

Zu einem besonderen Gottesdienst war Apostel Wilhelm Hoyer am Sonntag, dem 17. Oktober 2010, nach Dortmund-Hostedde gekommen. In diesem Gottesdienstes profanierte der Apostel die bisherige Derner Kirche an der Hostedder Straße. Viele Derner Geschwister kamen dadurch zur Gemeinde Kirchderne.